Das Euclid-Dunkle-Materie-Teleskop erreicht seine Zielumlaufbahn

Das Weltraumteleskop Euclid der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hat seine Umlaufbahn um die Sonne erreicht. Das Teleskop wurde am 1. Juli von Cape Canaveral aus gestartet und befindet sich nun in der Umlaufbahn um die Sonne am Lagrange-Punkt L2, wo es sich mit anderen Weltraumteleskopen wie dem James Webb-Weltraumteleskop und dem Gaia-Weltraumteleskop verbindet.

Webb und Gaia begrüßen Euclid in L2

Das Video oben zeigt, wie Euclid die anderen Weltraumteleskope verbinden wird und wie sich ihre Umlaufbahnen zueinander verhalten. Diese komplex aussehende Umlaufbahn liegt etwa 1 Million Meilen von der Erde entfernt und wird aufgrund ihrer hohen Stabilität häufig für Weltraumteleskope genutzt. Die Aufrechterhaltung der Umlaufbahn erfordert nur eine geringe Menge Treibstoff, der für Weltraummissionen eine begrenzte Ressource darstellt, und ermöglicht es den Teleskopen außerdem, auf der der Erde gegenüberliegenden Seite der Sonne zu bleiben. Dies bedeutet, dass die Teleskope sowohl von der Erde als auch von der Sonne abgewandt sein können, wodurch Wärme- und Lichtinterferenzen durch diese beiden Quellen vermieden werden.

Dies ist für Missionen wie Webb wichtig, da es einen Hitzestau vermeidet, da Webb für seine Beobachtungen im Infrarot eine sehr kühle Betriebstemperatur aufrechterhalten muss. Euklid hingegen benötigt eine sehr stabile Umlaufbahn ohne Schwankungen, die seine hochdetaillierten Beobachtungen entfernter Teile des Universums beeinträchtigen könnten.

Euclid wird entfernte Galaxien beobachten, um eine 3D-Karte der gesamten Dunklen Materie im Universum zu erstellen. Durch die Bestimmung ihres Standorts anhand ihrer Gravitationseffekte hoffen Wissenschaftler, mehr über die Natur der Dunklen Materie zu erfahren.

Auch wenn Euclid die L2-Umlaufbahn mit anderen Weltraumteleskopen teilt, gibt es für alle ausreichend Platz, ohne dass die Gefahr einer Kollision besteht. „Die Region um L2 ist groß und auch wenn sich die Umlaufbahnen dieser Raumfahrzeuge in der Animation zu kreuzen scheinen, gibt es in Wirklichkeit viel Platz und eine Kollision kann leicht vermieden werden“, schreibt die ESA. „Zum Beispiel sind Webb und Gaia zwischen 400.000 und 1.100.000 km [250.000 und 700.000 Meilen] voneinander entfernt, je nachdem, wo sie sich auf ihren jeweiligen Umlaufbahnen befinden.“

Da Euclid nun am Zielort ist, ist der nächste Schritt der Mission die Inbetriebnahmephase, in der die Instrumente für den Betrieb vorbereitet werden. Dies wird etwa drei Monate dauern, dann kann das Teleskop seinen wissenschaftlichen Betrieb aufnehmen.